Rückenschmerzen München

Nur muskulär oder ernst zu nehmende Erkrankung?

Rückenschmerzen München

Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Beschwerden und können Menschen jeden Alters betreffen; die Lebensqualität beeinträchtigen sie oft erheblich. In unserer orthopädischen Praxis in München ist es unser Anliegen, Ihnen zu helfen, die Ursachen Ihrer Rückenschmerzen zu verstehen und die richtige Behandlung zu finden. Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie klären ab, woher die Beschwerden kommen — von der muskulären Verspannung bis zum Bandscheibenvorfall. Aus dem Befund entsteht der Behandlungsplan, nicht umgekehrt. Unsere Praxis liegt in der Sendlinger Straße 37, wenige Schritte vom Sendlinger Tor.

Um Rückenschmerzen besser zu verstehen, lohnt ein Blick auf die zugrunde liegende Physiologie:

  1. Nozizeption: Spezielle Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) in Muskeln, Bändern, Gelenken und Knochen der Wirbelsäule nehmen schädigende oder potenziell schädigende Reize wahr.
  2. Weiterleitung: Diese Signale werden über Nervenfasern zum Rückenmark und weiter zum Gehirn geleitet.
  3. Verarbeitung: Im Gehirn werden die Signale in verschiedenen Arealen verarbeitet, darunter Thalamus, somatosensorischer Cortex und limbisches System.
  4. Schmerzwahrnehmung: Das Resultat dieser Verarbeitung ist die bewusste Wahrnehmung des Rückenschmerzes [1].

Bei chronischen Rückenschmerzen kann es zu Veränderungen in diesem System kommen, etwa einer Sensibilisierung der Nozizeptoren oder Veränderungen in der zentralen Schmerzverarbeitung [2]. Deshalb braucht die Behandlung chronischer Rückenschmerzen einen anderen Ansatz als die eines Hexenschusses — mehr dazu unter chronische Schmerzen.

Akute und chronische Rückenschmerzen unterscheiden

Akute Rückenschmerzen dauern bis zu sechs Wochen und bessern sich in den meisten Fällen von selbst. Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, spricht man von chronischen Rückenschmerzen. Dann reagiert das Nervensystem schon auf Reize, die zuvor harmlos waren — und eine rein strukturelle Sicht greift zu kurz.

Das biopsychosoziale Modell bei Rückenschmerzen

Rückenschmerzen ganzheitlich zu betrachten heißt, drei Ebenen einzubeziehen [3]:

  • Biologische Faktoren: anatomische Veränderungen, Entzündungen, Muskelverspannungen und neurophysiologische Aspekte.
  • Psychologische Faktoren: Stress, Angst, Depression, Schmerzkatastrophisierung und Bewältigungsstrategien beeinflussen, wie stark der Schmerz erlebt wird.
  • Soziale Faktoren: Arbeitsplatzbedingungen, familiäre Unterstützung und sozioökonomische Aspekte wirken auf Schmerzerleben und Verlauf.

Dieses Verständnis ist die Grundlage unserer Schmerztherapie in München.

Rückenschmerzen können viele verschiedene Ursachen haben, die von harmlosen Muskelverspannungen bis zu ernsthaften Erkrankungen reichen. Muskuläre Ursachen sind Verspannungen und Zerrungen, eine schwache Rumpfmuskulatur, Fehlhaltungen und Überbeanspruchung. Diese Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule können Rückenschmerzen verursachen:

  • Bandscheibenvorfall und Bandscheibenvorwölbung, meist an der Lendenwirbelsäule
  • Spinalkanalstenose mit kürzer werdender Gehstrecke
  • Facettensyndrom, also Arthrose der Wirbelgelenke
  • ISG-Beschwerden am Iliosakralgelenk mit Schmerzen im unteren Rücken
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) und Skoliose
  • Osteoporose mit Brüchen von Wirbelkörpern
  • Entzündliche Erkrankungen wie Rheuma und Arthritis

Nicht jeder Rückenschmerz kommt aus dem Rücken: Auch das Hüftgelenk und das Steißbein verursachen Beschwerden, die sich wie Kreuzschmerzen anfühlen.

Es lohnt sich, die Symptome genau zu beobachten. Für muskuläre Rückenbeschwerden sprechen: Der Schmerz bleibt auf einen Bereich beschränkt, fühlt sich dumpf, ziehend oder verspannend an und bessert sich durch Ruhe, Wärme und Bewegung. Für eine krankheitsbedingte Ursache sprechen ausstrahlende Schmerzen ins Bein, Taubheitsgefühle und Kribbeln, Nachtschmerzen sowie langanhaltende Beschwerden. Sofort abklären lassen sollten Sie Kraftverlust im Bein, Taubheit im Reitbereich und Störungen von Blase oder Mastdarm.

Vorbeugen heißt vor allem: die Rumpfmuskulatur kräftigen, die Sitzposition regelmäßig wechseln, schwere Lasten aus den Beinen heben und Belastung in kleinen Schritten steigern. Fehlhaltungen am Arbeitsplatz lassen sich mit einfachen Anpassungen entschärfen. Bewegung ist dabei kein Zusatz, sondern die wirksamste Einzelmaßnahme: Wer aktiv bleibt, wird schneller beschwerdefrei als wer sich schont.

Unsere Behandlungsansätze basieren auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien:

  1. Die Nationale VersorgungsLeitlinie für nicht-spezifische Kreuzschmerzen bietet evidenzbasierte Empfehlungen für Diagnostik und Therapie [7].
  2. Eine Metaanalyse zeigt die Überlegenheit von Bewegungstherapie und multimodalen Ansätzen gegenüber passiven Behandlungen bei chronischen Rückenschmerzen [8].
  3. Neue Forschungen zur Neuroplastizität eröffnen Perspektiven für innovative Behandlungsansätze bei chronischen Rückenschmerzen.

Bei spectrum MED behandeln PD Dr. Christopher Becker, PD Dr. Simon Weidert und Dr. Axel Greiner, alle Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Wirbelsäule und spezieller Schmerztherapie. Damit kommen Diagnostik, konservative Therapie und operative Behandlung an einem Ort zusammen. Gemeinsam erarbeiten wir einen Behandlungsplan, der Ihre individuelle Situation berücksichtigt. Die Praxis liegt in der Münchner Altstadt, Sendlinger Straße 37, wenige Gehminuten von Sendlinger Tor, Marienplatz und Hauptbahnhof; den Weg finden Sie unter Anfahrt.

Häufige Fragen zu Rückenschmerzen in München

Welcher Arzt hilft bei Rückenschmerzen in München?

Bei akuten, unspezifischen Rückenschmerzen ist der Hausarzt oder Orthopäde der erste Ansprechpartner. Strahlen die Schmerzen ins Bein aus, kommen Taubheitsgefühle oder Schwäche hinzu oder halten die Beschwerden über Wochen an, gehört der Rücken zum Wirbelsäulenspezialisten in München. Bei spectrum MED bekommen Sie beides in einer Praxis.

Wo gehe ich mit akuten Rückenschmerzen hin?

Ohne Warnzeichen genügt zunächst der Hausarzt. Mit Kraftverlust, Taubheit oder nach einem Sturz sollten Sie direkt in eine orthopädische Praxis, bei Notfallzeichen in eine Klinik. Wir halten kurzfristige Termine für akute Rückenbeschwerden frei.

Was hilft schnell gegen akute Rückenschmerzen?

Wärme, Bewegung im schmerzfreien Bereich und eine kurzzeitige Schmerzmedikation lindern die Beschwerden am zuverlässigsten. Bettruhe verzögert die Heilung. Bleibt der Schmerz nach zwei Wochen unverändert, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

In der Mehrzahl der Fälle nicht. Die meisten Bandscheibenvorfälle bilden sich unter konservativer Therapie innerhalb von Wochen zurück. Operiert wird bei zunehmender Lähmung, bei Blasen- und Mastdarmstörung sowie bei anhaltendem Nervenschmerz, der auf Physiotherapie, Medikamente und Injektionen nicht anspricht.

Kann Gicht Rückenschmerzen verursachen?

Selten, aber möglich. Gicht betrifft überwiegend Zehen- und Sprunggelenke; in Einzelfällen lagern sich Harnsäurekristalle auch in den Wirbelgelenken oder im Iliosakralgelenk ab und lösen dort eine schmerzhafte Entzündung aus. Bei entsprechendem Verdacht klären wir das über Laborwerte und Bildgebung ab.

Wo in München finde ich Ihre Praxis?

Die Praxis liegt in der Münchner Altstadt, Sendlinger Straße 37, zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz. Patientinnen und Patienten kommen vor allem aus Altstadt-Lehel, der Isarvorstadt mit Glockenbachviertel, der Ludwigsvorstadt, Schwabing, Haidhausen und Sendling.

Ob Sie eine Schmerztherapie in München suchen, unter Rückenschmerzen leiden oder eine Zweitmeinung zur Wirbelsäule benötigen — wir sind für Sie da. Vereinbaren Sie noch heute einen Termin in unserer orthopädischen Praxis, telefonisch unter 089 . 264 076 oder direkt online.

Quellen:

[1] Melzack R, Wall PD. Pain mechanisms: a new theory. Science. 1965;150(3699):971-979.

[2] Woolf CJ. Central sensitization: implications for the diagnosis and treatment of pain. Pain. 2011;152(3 Suppl):S2-S15.

[3] Gatchel RJ, Peng YB, Peters ML, Fuchs PN, Turk DC. The biopsychosocial approach to chronic pain: scientific advances and future directions. Psychol Bull. 2007;133(4):581-624.

[4] Dueñas M, Ojeda B, Salazar A, Mico JA, Failde I. A review of chronic pain impact on patients, their social environment and the health care system. J Pain Res. 2016;9:457-467.

[5] Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz. 2017.

[6] Kamper SJ, Apeldoorn AT, Chiarotto A, et al. Multidisciplinary biopsychosocial rehabilitation for chronic low back pain: Cochrane systematic review and meta-analysis. BMJ. 2015;350:h444.

[7] Flor H, Diers M, Andoh J. The neural basis of phantom limb pain. Trends Cogn Sci. 2013;17(7):307-308.

[8] Hilton L, Hempel S, Ewing BA, et al. Mindfulness Meditation for Chronic Pain: Systematic Review and Meta-analysis. Ann Behav Med. 2017;51(2):199-213.